Posts Tagged ‘Christentum’

Mission trotz Missbrauch ?

Mai 14, 2010 - 4:29 pm 1 Comment

Mittwoch, der 12. Mai 2010. Ich sitze gerade auf einer Parkbank am Markusplatz Bamberg. Die Sonne kommt erstmals an diesem Tag hinter den Wolken hervor, die Schule hat gerade geendet und ich habe etwas Zeit, bevor ich zur Mathematik-Nachhilfe muss. Darum lese ich in meinem Buch weiter. „Im Westen nichts Neues“. Plötzlich vernehme ich eine laute Stimme: „Guten Tag!“ Ich blicke auf. Vor mir steht eine Wand aus weißen Hemden, sowie schwarzen Krawatten und Namensschildern. „Kennen Sie schon das Buch Mormon?“ Ich kenne es zur genüge, da meine Nachbarin – eine gute Freundin von mir – Mormonin ist. Allerdings habe gerade überhaupt keine Lust auf einen theologischen Disput – die Westfront ist einfach zu spannend. Ich sage also nur: „Kein Interesse!“. Doch die beiden Missionare der letzten Heiligen wollen mir meine Lektüre offenbar einfach nicht gönnen. „Kennen Sie denn eventuell Jemanden in ihrer Familie, dem wir das Licht der Hoffnung bringen können?“ Mir wird das Ganze etwas zu dreist, darum stehe ich und setze meinen Hut auf, und gehe. Im Gehen rufe ich den beiden Weißhemden noch zu: „Ich kenne Euren Verein. – Eure Ansichten sind völliger Schwachsinn! – Ich bin in der EKD; Ich bleibe in der EKD! Schönen Tag.“ Dass sie zurück grüßen höre ich schon gar nicht mehr.

Später tut mir meine etwas gereizte Reaktion Leid. Ich bin als Christ schließlich ebenfalls zur Mission berufen, und habe sogar selbst schon an missionarischen Aktionen teilgenommen. Da kann ich doch nicht plötzlich etwas gegen das Missionieren haben, bloß weil es in diesem Fall eben von Leuten ausgeht, die einen anderen Glauben haben! Natürlich kann man sich darüber streiten, ob die Art und Weise, wie die beiden Mormonen missionierten, angemessen war – aber gegen den Missionsversuch an sich lässt sich nichts sagen.

Vor allem habe ich selbst schon erfahren gemusst, wie schnell man wegen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion intolerant, und vor allem undifferenziert behandelt wird. Während des Christivals 2008 in Bremen, berichteten alle großen Zeitungen und Magazine wie konservativ, evangelikal, und vor allem intolerant und homophob wir Christen doch alle seien, und wie aufgeklärt und tolerant doch die Gegendemonstranten. Worüber seltsamerweise aber kaum eine Zeitung berichtete: Während des Christivals durchbrach eine größere Gruppe der Gegendemonstranten den Zaun des Christival-Geländes, und attackierte uns Christen mit Feuerwerkskörpern – vereinzelt auch mit Knüppeln. Dass dabei niemand ernstlich verletzt wurde, haben wir nur dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken.

Wo wir schon schon bei den Medien sind: In Bezug auf den Missbrauch-Skandal der katholischen Kirche ‘zierte’ das Cover der Satire-Zeitschrift TITANIC vor Kurzem ein Bild, welches einen Priester zeigt der vor einem Kruzifix kniet. Die Perspektive des Bildes versuchte eindeutig den Gedanken an Oralverkehr zu implizieren; Untertitelt war das Ganze mit: “Kirche heute”. Viele christliche Zeitschriften – z.B. Idea Spektrum, und PRO – regten sich über das „blasphemische“ Bild auf, und so auch Ich; doch ich denke mittlerweile, dass man dem Bild auch durchaus Positives abgewinnen kann. Ich zumindest fühlte mich beim betrachten des TITANIC-Covers sofort an den Ausspruch Jesu „Was ihr einem meiner geringsten Brüder [an]getan habt, das habt ihr mir [an]getan!“ erinnert. Sollte dies der Hintergrundgedanke des Zeichners gewesen sein – was ich allerdings bezweifle – so wäre das TITANIC-Cover in der Tat das, was es vorgibt zu sein: Intelligente; Kritische; Gut gemachte Satire.

Um auf die Mission zurückzukommen: Im Zuge des Missbrauch-Skandals stellt sich natürlich auch die Frage, ob man nun als Christ überhaupt noch guten Gewissens für das Christentum werben darf. Ich persönlich denke: Man darf es.

Nur weil Einzelne, welche vorgeben einem System zu folgen, dieses System falsch oder gar nicht umsetzen, ist noch nicht das System an sich falsch! Das Christentum ist nicht falsch! Sonst müsste auch die Demokratie falsch sein, nur weil sie in der Deutschen ‘Demokratischen’ Republik falsch umgesetzt wurde!

Das Kreuz sei eben kein Zeichen für Missbrauch, Gewalt, und Kreuzzüge!

Das Kreuz ist ein Zeichen für Gewaltlosigkeit und die „andere Wange“.

Das Kreuz sei eben kein Zeichen für Intoleranz und blanken Hass!

Das Kreuz ist ein Zeichen für„Liebe deine Mitmenschen“, ja sogar für

Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! “.

In diesem Sinne …

Jérôme Denis Andre, 18 Jahre

Der Koran

Mai 9, 2010 - 12:00 am 4 Comments

Von Jin

Nun bin ich mit der Lektüre des Korans schließlich doch zu einem Ende gekommen. Da ich dem Arabisch noch nicht nennenswert mächtig bin, bediente ich mich der Übersetzung von Max Henning. Mit großen Enthusiasmus die ersten Suren gelesen, aber zugegebenermaßen sah ich mich einige Male in der Tat der Situation gegenüber nicht fortfahren zu wollen. Aufgerafft, hab ich besonders in Richtung Ende fast so etwas wie Gefallen daran gefunden. Die Sprache hat etwas wundervoll Beruhigendes, spendet fast schon Trost, wenn man eigentlich völlig fertig ist.
Natürlich hat der Koran durchaus den Charakter einer versuchten Gehirnwäsche, was wohl auch Sinn und Zweck eines solchen Buches ist. Eine Zeile, die auf jeden Fall haften bleibt, wäre diese: >>Siehe, Allah ist weise und barmherzig.<< in unzähligen Wiederholungen und Variationen. Nun, einen übermäßig barmherzigen Eindruck von Allah konnte man mir nicht vermitteln. Zuerst erscheint er mir wie eine völlig von Menschen geschaffene Figur – Willkür, Gefallsucht, derartiges. Aber auch wenn ich Allah für real hielte und bestrebt wäre, unter allen Umständen ins Paradies ein zu treten – es wäre mir völlig suspekt, wie ich dies bewerkstelligen sollte. Fast jede Tat wird mit Dschahannam bestraft. Nun ist Allah zum Glück ein verzeihender Gott, doch verschließt er die Herzen der Ungläubigen und Frevler, so dass sie am Jüngsten Tag keinen Einzug in den Garten Eden, durcheilt von Bächen, usw. halten werden. Vor allem an diesen Stellen, an denen Allah etwas über die Schließung von Herzen verkünden lässt, erscheint er mir willkürlich.
Oft erzählt der Koran von Dingen, die mit unseren heutigen Werten eigentlich nicht mehr vereinbar sind. In der Tat fordert dieses Buch zur Vernichtung der Ungläubigen auf, und es stimmt genauso, dass Frauen den Männern nicht gleich gestellt sind. Ein muslimischer Mailfreund, der mir die ganze Zeit geduldig zur Seite stand, meinte, die finanziellen Unterschiede kommen ganz einfach daher, dass Männer grundsätzlich für die Familie zu sorgen hatten und es deshalb nicht notwendig war, einer Frau übermäßig viel zu vererben. Plausibel. Der Koran ist 1400 Jahre alt, das sollte man nicht außer Acht lassen. Ich persönlich finde es vor 1400 Jahren ebenso abstoßend wie heute, wenn man über andere Völker herfällt und Frauen schlägt, aber derartiges scheint ja auch im Abendland nicht ganz unüblich gewesen zu sein. Irgendwann macht es eine Religion nicht mehr zwingend sympathisch, wenn sie sich an 1400 Jahre alte Buchstaben klammert.
Ganz interessant ist auch, dass der Koran das Judentum und das Christentum nicht als Religionen anderer Götter sieht, sondern einfach als Vorgängerreligionen des Islams. In der Vergangenheit tauchten wohl schon einige Propheten mit Botschaften Allahs auf, so dass z.B. die beiden o.g. Religionen entstanden sind. Leider wurden die Wahrheiten, die diese Propheten verkündeten, von den Menschen verfälscht, so dass es notwendig war, den Koran als letztes entgültiges Wort Gottes zur Erde zu senden.
Eine solche Lüge ist beispielsweise die Situation Jesus’ im Christentum. Es stellt eine wirklich sehr geächtete Sünde dar, zu behaupten, er wäre Gottes Sohn. Allah legt im Koran gesteigerten Wert darauf, dass er der absolut einzige Gott ist und keinerlei Verwandschaft hat, was auch einen Sohn ausschließt.
Viel mehr soll Jesus’ Geschichte so vonstatten gegangen sein, dass Maria aus irgendeinem Grund nicht geschwängert werden konnte und Beauftragte Allahs schließlich sinngemäß sagten >>Sei!<< und Jesus war.
Die 112. Sure – eine der kurzen, am Ende des Korans gelegene – empfand ich als sehr eindrucksvoll:

Die Reinigung
Geoffenbart zu Mekka

Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!

1 Sprich: Er ist der eine Gott,
2 Der ewige Gott;
3 Er zeugt nicht und wird nicht gezeugt,
4 Und keiner ist ihm gleich.

Ein kurzer Exkurs in die Welt des Korans.

Presentate

September 8, 2009 - 12:00 am 19 Comments

polleGuten Tag
hallo, ich möchte mich zuerst vorstellen bevor Sie meine erste geniale kreation von artikel lesen.
ich bin ein wesen der killergeneration
ich bin für mein alter noch relativ jung, für meine größe etwas klein, komme aus dem raum dresden, bin bekennender Nerd, Hobbyphilosoph, und ab jetzt autor.
Ihr werdet von mir artikel erwarten können die meistens auf den SchuhgrößenIQ der Gesellschaft hinweisen, willkürliches stichwort ‘Killerspiele’.

Da es zur Frage des Monats passt, möchte ich hier ein paar kurze Punkte aus der Bidel aufgreifen und diese kommentieren.

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Auswertung Frage des Monats August/09

September 1, 2009 - 3:01 pm No Comments

JesterVoidSo, der Monat ist vorbei und es gab einige interessante Antworten zur Frage “Was ist der Sinn der Existenz Gottes?”. Vielen Dank an Philosophers Stone, für’s rege mitdiskutieren und an Berni als einsamer Vertreter der Christen :D
So was ist raus gekommen? Nicht viel, aber das lag natürlich an der Frage. Aber am besten ihr lest selbst mal.
Kommenare
Jetzt kommt natürlich eine neue Frage zu der ich mir weitere schöne Diskussionen wünsche. Vielleicht locke ich sogar die Zielgruppe der Freizeitnazis damit an. Zur alten Frage kann natürlich weiter diskutiert werden. Und nein, ich bin nicht zu faul einen ordentlichen Artikel zu schreiben, heute steht leider noch die Vorbereitung auf einen Vortrag an. Sorry, die nächste Monatsauswertung wird detaillierter. Aber lest euch doch die Antworten der Parteien unter diesem Artikel durch. Informiert euch und wählt!

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