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Der Koran

Mai 9, 2010 - 12:00 am 4 Comments

Von Jin

Nun bin ich mit der Lektüre des Korans schließlich doch zu einem Ende gekommen. Da ich dem Arabisch noch nicht nennenswert mächtig bin, bediente ich mich der Übersetzung von Max Henning. Mit großen Enthusiasmus die ersten Suren gelesen, aber zugegebenermaßen sah ich mich einige Male in der Tat der Situation gegenüber nicht fortfahren zu wollen. Aufgerafft, hab ich besonders in Richtung Ende fast so etwas wie Gefallen daran gefunden. Die Sprache hat etwas wundervoll Beruhigendes, spendet fast schon Trost, wenn man eigentlich völlig fertig ist.
Natürlich hat der Koran durchaus den Charakter einer versuchten Gehirnwäsche, was wohl auch Sinn und Zweck eines solchen Buches ist. Eine Zeile, die auf jeden Fall haften bleibt, wäre diese: >>Siehe, Allah ist weise und barmherzig.<< in unzähligen Wiederholungen und Variationen. Nun, einen übermäßig barmherzigen Eindruck von Allah konnte man mir nicht vermitteln. Zuerst erscheint er mir wie eine völlig von Menschen geschaffene Figur – Willkür, Gefallsucht, derartiges. Aber auch wenn ich Allah für real hielte und bestrebt wäre, unter allen Umständen ins Paradies ein zu treten – es wäre mir völlig suspekt, wie ich dies bewerkstelligen sollte. Fast jede Tat wird mit Dschahannam bestraft. Nun ist Allah zum Glück ein verzeihender Gott, doch verschließt er die Herzen der Ungläubigen und Frevler, so dass sie am Jüngsten Tag keinen Einzug in den Garten Eden, durcheilt von Bächen, usw. halten werden. Vor allem an diesen Stellen, an denen Allah etwas über die Schließung von Herzen verkünden lässt, erscheint er mir willkürlich.
Oft erzählt der Koran von Dingen, die mit unseren heutigen Werten eigentlich nicht mehr vereinbar sind. In der Tat fordert dieses Buch zur Vernichtung der Ungläubigen auf, und es stimmt genauso, dass Frauen den Männern nicht gleich gestellt sind. Ein muslimischer Mailfreund, der mir die ganze Zeit geduldig zur Seite stand, meinte, die finanziellen Unterschiede kommen ganz einfach daher, dass Männer grundsätzlich für die Familie zu sorgen hatten und es deshalb nicht notwendig war, einer Frau übermäßig viel zu vererben. Plausibel. Der Koran ist 1400 Jahre alt, das sollte man nicht außer Acht lassen. Ich persönlich finde es vor 1400 Jahren ebenso abstoßend wie heute, wenn man über andere Völker herfällt und Frauen schlägt, aber derartiges scheint ja auch im Abendland nicht ganz unüblich gewesen zu sein. Irgendwann macht es eine Religion nicht mehr zwingend sympathisch, wenn sie sich an 1400 Jahre alte Buchstaben klammert.
Ganz interessant ist auch, dass der Koran das Judentum und das Christentum nicht als Religionen anderer Götter sieht, sondern einfach als Vorgängerreligionen des Islams. In der Vergangenheit tauchten wohl schon einige Propheten mit Botschaften Allahs auf, so dass z.B. die beiden o.g. Religionen entstanden sind. Leider wurden die Wahrheiten, die diese Propheten verkündeten, von den Menschen verfälscht, so dass es notwendig war, den Koran als letztes entgültiges Wort Gottes zur Erde zu senden.
Eine solche Lüge ist beispielsweise die Situation Jesus’ im Christentum. Es stellt eine wirklich sehr geächtete Sünde dar, zu behaupten, er wäre Gottes Sohn. Allah legt im Koran gesteigerten Wert darauf, dass er der absolut einzige Gott ist und keinerlei Verwandschaft hat, was auch einen Sohn ausschließt.
Viel mehr soll Jesus’ Geschichte so vonstatten gegangen sein, dass Maria aus irgendeinem Grund nicht geschwängert werden konnte und Beauftragte Allahs schließlich sinngemäß sagten >>Sei!<< und Jesus war.
Die 112. Sure – eine der kurzen, am Ende des Korans gelegene – empfand ich als sehr eindrucksvoll:

Die Reinigung
Geoffenbart zu Mekka

Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!

1 Sprich: Er ist der eine Gott,
2 Der ewige Gott;
3 Er zeugt nicht und wird nicht gezeugt,
4 Und keiner ist ihm gleich.

Ein kurzer Exkurs in die Welt des Korans.

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