Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Mission trotz Missbrauch ?

Mai 14, 2010 - 4:29 pm 1 Comment

Mittwoch, der 12. Mai 2010. Ich sitze gerade auf einer Parkbank am Markusplatz Bamberg. Die Sonne kommt erstmals an diesem Tag hinter den Wolken hervor, die Schule hat gerade geendet und ich habe etwas Zeit, bevor ich zur Mathematik-Nachhilfe muss. Darum lese ich in meinem Buch weiter. „Im Westen nichts Neues“. Plötzlich vernehme ich eine laute Stimme: „Guten Tag!“ Ich blicke auf. Vor mir steht eine Wand aus weißen Hemden, sowie schwarzen Krawatten und Namensschildern. „Kennen Sie schon das Buch Mormon?“ Ich kenne es zur genüge, da meine Nachbarin – eine gute Freundin von mir – Mormonin ist. Allerdings habe gerade überhaupt keine Lust auf einen theologischen Disput – die Westfront ist einfach zu spannend. Ich sage also nur: „Kein Interesse!“. Doch die beiden Missionare der letzten Heiligen wollen mir meine Lektüre offenbar einfach nicht gönnen. „Kennen Sie denn eventuell Jemanden in ihrer Familie, dem wir das Licht der Hoffnung bringen können?“ Mir wird das Ganze etwas zu dreist, darum stehe ich und setze meinen Hut auf, und gehe. Im Gehen rufe ich den beiden Weißhemden noch zu: „Ich kenne Euren Verein. – Eure Ansichten sind völliger Schwachsinn! – Ich bin in der EKD; Ich bleibe in der EKD! Schönen Tag.“ Dass sie zurück grüßen höre ich schon gar nicht mehr.

Später tut mir meine etwas gereizte Reaktion Leid. Ich bin als Christ schließlich ebenfalls zur Mission berufen, und habe sogar selbst schon an missionarischen Aktionen teilgenommen. Da kann ich doch nicht plötzlich etwas gegen das Missionieren haben, bloß weil es in diesem Fall eben von Leuten ausgeht, die einen anderen Glauben haben! Natürlich kann man sich darüber streiten, ob die Art und Weise, wie die beiden Mormonen missionierten, angemessen war – aber gegen den Missionsversuch an sich lässt sich nichts sagen.

Vor allem habe ich selbst schon erfahren gemusst, wie schnell man wegen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion intolerant, und vor allem undifferenziert behandelt wird. Während des Christivals 2008 in Bremen, berichteten alle großen Zeitungen und Magazine wie konservativ, evangelikal, und vor allem intolerant und homophob wir Christen doch alle seien, und wie aufgeklärt und tolerant doch die Gegendemonstranten. Worüber seltsamerweise aber kaum eine Zeitung berichtete: Während des Christivals durchbrach eine größere Gruppe der Gegendemonstranten den Zaun des Christival-Geländes, und attackierte uns Christen mit Feuerwerkskörpern – vereinzelt auch mit Knüppeln. Dass dabei niemand ernstlich verletzt wurde, haben wir nur dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken.

Wo wir schon schon bei den Medien sind: In Bezug auf den Missbrauch-Skandal der katholischen Kirche ‘zierte’ das Cover der Satire-Zeitschrift TITANIC vor Kurzem ein Bild, welches einen Priester zeigt der vor einem Kruzifix kniet. Die Perspektive des Bildes versuchte eindeutig den Gedanken an Oralverkehr zu implizieren; Untertitelt war das Ganze mit: “Kirche heute”. Viele christliche Zeitschriften – z.B. Idea Spektrum, und PRO – regten sich über das „blasphemische“ Bild auf, und so auch Ich; doch ich denke mittlerweile, dass man dem Bild auch durchaus Positives abgewinnen kann. Ich zumindest fühlte mich beim betrachten des TITANIC-Covers sofort an den Ausspruch Jesu „Was ihr einem meiner geringsten Brüder [an]getan habt, das habt ihr mir [an]getan!“ erinnert. Sollte dies der Hintergrundgedanke des Zeichners gewesen sein – was ich allerdings bezweifle – so wäre das TITANIC-Cover in der Tat das, was es vorgibt zu sein: Intelligente; Kritische; Gut gemachte Satire.

Um auf die Mission zurückzukommen: Im Zuge des Missbrauch-Skandals stellt sich natürlich auch die Frage, ob man nun als Christ überhaupt noch guten Gewissens für das Christentum werben darf. Ich persönlich denke: Man darf es.

Nur weil Einzelne, welche vorgeben einem System zu folgen, dieses System falsch oder gar nicht umsetzen, ist noch nicht das System an sich falsch! Das Christentum ist nicht falsch! Sonst müsste auch die Demokratie falsch sein, nur weil sie in der Deutschen ‘Demokratischen’ Republik falsch umgesetzt wurde!

Das Kreuz sei eben kein Zeichen für Missbrauch, Gewalt, und Kreuzzüge!

Das Kreuz ist ein Zeichen für Gewaltlosigkeit und die „andere Wange“.

Das Kreuz sei eben kein Zeichen für Intoleranz und blanken Hass!

Das Kreuz ist ein Zeichen für„Liebe deine Mitmenschen“, ja sogar für

Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! “.

In diesem Sinne …

Jérôme Denis Andre, 18 Jahre

arte plus7 – Kinder unter Kontrolle

Mai 2, 2010 - 11:34 am 1 Comment

Von Mordechaj

In der arte-Dokumentation werden Forschungsmodelle in Richtung Jugendkriminalität und Verhaltenstörungen gezeigt.

Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen zählen zu den zentralen Problemen der heutigen Gesellschaft. Politiker berufen sich gern auf eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Verhaltensmustern und späterem kriminellen Verhalten hinweist. In Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada sucht die Forschung nach den medizinischen Ursachen – seien sie psychiatrisch, neurologisch oder genetisch – für das Gewaltverhalten von Jugendlichen und empfiehlt ein immer frühzeitigeres Screening. So sollen mit einer umfassenden Reihenuntersuchung bei möglichst vielen Kindern schon früh entsprechende Risikofaktoren erkannt werden.
Die Dokumentation stellt die Frage, ob Kriminalität eine Krankheit ist und ob Wissenschaft und Medizin bald Probleme lösen können, die bisher als Domäne von Erziehung und Sozialarbeit galten. Er untersucht den Ansatz der heutigen Verhaltensforschung gegenüber Kindern und Jugendlichen und weist auf mögliche Folgen für die zukünftige Gesellschaft hin.

Regie führte Marie-Pierre Jaury.

http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=3180636,scheduleId=3130780.html
(nur noch bis 6. Mai 21.45 verfügbar)

 
Ich höre diesen dicken Mann vor dem Projektor von Körpergröße sprechen und erinnere mich an Instrumente, die den Kopfumfang und damit die kriminelle Energie eines Delinquenten messen wollten. Ich höre den Schnösel von der UMP, der vom brennenden Mülleimer zum Banküberfall als schlimmstanzunehmenden Delikt kommt, ich sehe den fragwürdigen Typen, der davon spricht, Menschen wegzusperren oder in Rehabilitationsanstalten zu stecken, weil damit der Gesellschaft so ungemein geholfen sein, und ich kenne das DSM-IV, das alles zu einer Persönlichkeitsstörung erklärt, was nicht so ist, wie man sein muss.

Mediziner neigen dazu, alles mit Medizin erklären zu wollen. Politiker neigen dazu, Gelder für teure Projekte klar zu machen, sobald irgendein Wissenschaftler dreist genug ist, seine fragwürdigen Erkenntnisse als den Urschleim, aus dem wir gemacht sind, zu verkaufen. Was mit dem Klimawandel klappt, klappt auch mit der Verbrechergenetik.

Glückwunsch, ihr in euch hineinfluchenden Counter-Strike-Spieler, ihr seid offiziell verhaltensgestört und eine Gefahr für die Gesellschaft, weil ihr menschliche Verhaltensweisen zeigt.

Warum die Aktualität von Verhaltensstörungen? Es gibt Psychologen, die bei Kindern im Alter von 3 Jahren eine bipolare Störung oder andere affektive Probleme diagnostizieren – heißt: Die Kinder können kaum reden, Gefühlsregungen zeigen oder verstehen, und werden schon extremst stigmatisiert.

Für diese Störungen werden noch mehrere Parameter angelegt; für die Diagnostik von Verhaltensstörungen gibt es häufig nur ein Indiz: Verhaltensauffälligkeit: Ein Kind ist nicht brav, nervt oder ist nicht komform mit seinem Umfeld.

Was früher mit der Prügelstrafe entkräftet wurde, trägt heute aufgrund ganz anderer Erziehungsfehler als Gewalt ab: Wie schnell ein Kind brav wird und aufhört zu nerven und sich seiner Umgebung anpasst, wenn es regelmäßig über’s Knie gelegt wird. Aber ist das zweckdienlich? Denn: Psychische Traumata, Depressionen und Angststörungen aufgrund einer gewaltvollen Kindheit sind überhaupt nicht auffällig, die passieren im Stillen; solche Störungen beeinflussen die Verhaltenswahrnehmung nicht, sie zerfressen den Menschen einfach von innen. Der Fortschritt ist heute, dass die Erziehungsfehler sichtbar werden, wir nehmen sie aktiv wahr – aber wir treten ihnen vollkommen falsch entgegen, führen Probleme auf Ursachen zurück, die uns als Erzieher von der Last der Verantwortung befreien.

Heute ist die Erziehung liberaler, Kinder können oftmals sogar tun und lassen, was sie wollen. Das ist so lange in Ordnung, wie die Eltern daraus keine Probleme ziehen, die effektiv auf ihre Erziehung zurückzuführen sind, denn dann müssten sie ihren Lebensstil ja an ein Kind aktiv anpassen und wer will das schon, wer will aktiv Verantwortung tragen, vor allem: Wer will sich aktiv in die Verantwortung für sein verhaltensauffälliges Kind holen lasen?
Da springt jetzt die Medizin ein, die sagt: Hey, Eltern, es ist nicht eure Schuld, eure Kinder sind einfach “einzigartig” – einzigartig verhaltensgestört. Gebt ihnen ein bisschen Prosac und Ritalin und es geht ihnen gut.

Ihr habt die Deutsche gesehen, die zusammen mit dieser einen Tante den Fragebogen zu ihrem Sohn ausgefüllt hat?
“Quält ihr Kind gern Tiere. Beim Spielen etwa, hat er da Spaß dran?” Sie lacht und sagt ja und lacht nervös weiter und die Tante gegenüber guckt ernst, als wär das Kind bereits der schwerstkriminelle Tierquäler schlechthin.
Das ist ein klarer Erziehungsfehler, das hat nichts mit seinem Cortisol-Haushalt oder seiner Hirnaktivität zu tun. Die Olle hat’s einfach versäumt, ihrem Sohn Mitgefühl beizubringen. Wenn ich mich recht erinnere, war der Sohn 5 Jahre alt. Wer von uns hat mit 5 Jahren Tiere schon als vollwertige Lebewesen und nicht etwa als Spielzeug betrachtet? Wer versteht mit 5 Jahren die real existierenden Gefühle und Bedürfnisse eines Tieres, wenn die Eltern es versäumen, hier aktiv Erziehungsarbeit zu leisten?

Und das tun sie, denn – wieder die Deutsche mit dem Sohn – wer allein auf das Anraten der Kindergärtnerin sonnen psychiatrischen Großangriff anleiert, der muss schon sehr hilflos sein. Das Kind mal selbst zu beobachten und sich mit seinen Problemen auseinander zu setzen – nö, da stecken wir es lieber in die Psychiatrie.

Aber warum es sich schwer machen, wenn es auch einfach geht? Einfach ein paar SSRI-Hemmer rein, dann wird das Kind gefühlsbetonter und schmusiger und allgemein ein bisschen abwesend, schon sieht die Welt wieder besser aus, denn so wollen wir unsere Kinder haben, Stephen-Spielberg-Kinder ohne tiefere Persönlichkeit.

And then again: Man nimmt für eine Vielzahl von psychischen Störungen (etwa die bipolare, die schizo-affektive, Borderline, Schizophrenie, Depressionen, Angststörungen, Migräne etc.pp.) komplexe Ursachen in Genetik, Umfeld und Lebensgeschichte wahr. Es gibt also Menschen, die genetisch gesehen höher gefährdet sind, irgendwann depressiv zu werden, brauchen dafür aber das entsprechende Umfeld und einen entscheidenden Auslöser. Aber Verhaltensstörungen bei Kindern, die exakt den gleichen Tonus haben wie affektive Unstimmigkeiten – na die betrachten wir gern rein im medizinischen Umfeld, fernab von Umwelt und Einbettung, uns könnte ja auffallen, dass Kinder Menschen sind, die im Allgemeinen genauso wenig einfach gestrickt sind, wie Erwachsene, viel mehr noch, die eine komplexe und umseitige Aufwendung an Aufmerksamkeit, Verständnis und Erziehung brauchen.

Den meisten Leuten mangelt es an einem Gespür für alle drei Faktoren. Und das ist nicht mal schlimm, auch aus deren Kindern werden irgendwann Menschen, vielleicht sogar unglaublich “wertvolle” Mitglieder der Gesellschaft. Die Gefahr ist jetzt, dass Kinder von vornherein in eine Ecke gedrängt werden, stigmatisiert werden, ihnen wird eingeredet, sie wären gefährdet, irgendwann schwerstkriminell zu werden, weil sie schonmal darüber nachgedacht haben, zu sterben oder in ihrem jungen Leben schonmal Fehler begangen haben.

Bombenalarm

März 11, 2010 - 12:02 pm 1 Comment

Ich sitze nun schon hier, denn ich hatte heute fünf Stunden eher Schluss als der Plan aufzeigt. Warum? Mitten in einer Informatikarbeit, wurden wir aus selbiger gerissen, als ein Lehrer den Raum betrat und uns etwas schwer atmend, aber ruhig erklärte, dass wir die Computer runterfahren und dann auf dem schnellsten Weg nach Hause sollen. Bombenalarm. Weniger panisch, denn ein wenig euphorisch verließen wir das Schulgebäude. Auf dem Weg zum Busbahnhof haben wir uns dann aber doch Gedanken über diesen Fall gemacht. Also außer “ob morgen keine Schule ist?” und “Juhuu, wir mussten unsere Klausur nicht schreiben”. Welcher Attentäter der Erfolg wünschte kündigte seine Anschläge an? War es nur ein Fehlalarm weil da jemand etwas vermeiden wollte? Wir ist die Schule eigentlich an die Information gekommen? Ein Anruf? Eine Mail? Wer war es? Ein Schüler oder eine Ehemaliger? Was waren die Gründe? Was wäre gewesen, wenn es wirklich eine Bombe und keine Warnung gegeben hätte? So viele offene Fragen und keine Gewissheit auf Antworten. Ich hoffe, dass der Täter geschnappt wird, schon allein aus Neugier, was wohl hinter dieser Geschichte steckt.

Und das alles pünktlich zum Jahrestag von Winnenden. Ob das Zufall war?

Bilder

März 9, 2010 - 6:48 pm No Comments

Im Verlauf einiger vegangener Tage hat es mein Leben eingerichtet, dass mein Weg immer mal wieder einen Kiosk kreuzte. Dementsprechend oft prasselten die gewohnt penetranten Schlagzeilen der Bild auf mich ein, sinngemäß eigentlich immer das gleiche: >>Sind wir dumm, wenn wir noch arbeiten? – Das tolle Leben der Hartz IV – Schmarotzer<<
In gewohnter Weise ein wenig Hass-Propaganda, zur Entschärfung derselben eignet sich [dieser Artikel] ganz gut.

Widerstand auf beiden Ufern

Februar 16, 2010 - 12:00 am No Comments

Stanislaw Tillich lächelte in die Kamera während er als Teil einer großen Menschenkette Händchen hielt. Mit einer weißen Rose wollten Dresdner ein Zeichen gegen die Rechtsextremen setzen, wenn sie schon marschieren durften. Ihnen wurde zwar verboten an den Denkmälern in Dresden vorbei zu ziehen, aber am Bahnhof Neustadt sammelten sie sich doch, Nazis aus ganz Europa. Eine riesige Anzahl an Polizisten aus ganz Deutschland sollten den Demonstrationszug überwachen, der übrigens auf genau dem entgegen gesetzten Elbufer zur Menschenketten marschieren sollte. Insofern war es eine symbolische Tat. Besser als nichts, wie sonst, immerhin.

Link zum Video, falls nicht vorhanden
Vielmehr rettete Dresden der zivile Ungehorsam von linken Gegendemonstranten die sich weigerten von ihren Sitzblockaden abzuweichen. In ganz Dresden konnte man sie sehen, Gegendemonstranten die sich auf dem Weg zu Blockaden und Gegendemonstrationen machten. Am Bahnhof Neustadt begann und endete der Aufzug der Rechten. Die Polizei gab aufgrund der Blockaden und der massiven Ansammlung von Gegenkräften dem ganzen nicht mehr statt und die Nazis mussten wieder abreisen.

In China gibt es Hinrichtungen, wir haben Fernsehen

Januar 22, 2010 - 12:00 am No Comments

Es ist interessant wie die Entwicklung der öffentlichen Unterhaltung aussieht. In Rom ließ man Gladiatoren gegeneinander oder gegen wilde Tiere kämpfen, in der Historie von Europa und noch heute in totalitären Staaten gibt es spannende öffentliche Hinrichtungen sowie Pranger und ja, noch heute werden auch in Deutschland Menschen noch gedemütigt und zur Schau gestellt. Abends saßen nach Statistiken von media control zwischen 2 bis fast 4 Millionen Menschen vor dem Fernseher und sahen zerstörten Familien zu wie sie gestörte Dinge taten. Dazwischen tanze mal immer wieder Katharina Saalfrank herum und versuchte wichtig zu wirken. Aber die Super Nanny und ihre “Hilfe” war doch gar nicht der Punkt bei der Sendung, die Zuschauer wollten doch nicht sehen, wie eine Frau Familie heilte. Nein, die Menschen frassen sich ihre Nägel ab, um erbärmliche Geschöpfe zu sehen, etwas worüber man den Kopf schütteln und sich Lustig machen kann, von weit weit oben. Völlig “over the top” werden Menschen an den Pranger gestellt. Ob Schauspieler oder vielleicht auch nicht, was würden Sie über jemanden denken, den Sie am Abend vorher an seinem Kind verzweifeln haben sehen? Das gierige kapitalistische Monster Fernsehen frisst die Seelen, die Moral und den Stolz von Menschen um Geld zu scheffeln. Und Super Nanny ist nicht das Einzigste. “Mitten im Leben”, “Abenteuer Alltag”, “Zwei bei Kallwas” und ihresgleichen sind meiner Meinung nach doch nur dazu da, damit man als jemand der nichts erreicht hat, den Eindruck bekommt, dass man zumindest nicht am untersten Ende der sozialen Stange steht.

[Random] Bruttosozialprodukt

Januar 20, 2010 - 12:00 am No Comments

Jahre bevor ich geboren wurde, war dieses Lied schon Top. Und das ist es noch bis heute. Ich habe noch genau im Gedächtnis wie es bei uns in den Tanzstunden gespielt wurde. An Aktualität hat zumindest der Inhalt nicht verloren, es geht zwar nicht mehr um das Bruttosozialprodukt, aber durchaus um die Existenzangst der Menschen. Viele Arbeitnehmer begeben sich auch krank zur Arbeit um dem Arbeitgeber keine Zielscheibe für Kündigungen zu geben oder um extra Geld für die Familie zusammen zu kratzen oder Urlaubstage für später zu sammeln. Und die vierte Strophe die von Weihnachten handelt spricht auch wahr. Wie viel landet im Mülleimer und nicht nur was Verpackungsmaterial angeht.
Ich für meinen Teil höre dieses Lied auch musiktechnisch lieber als eine Lady Gaga deren Name kaum treffender sein könnte (nun gut, das ‘lady’ sollte noch durch ‘Attention whore’ ersetzt werden).

Text
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[Anime] Eden of the East

Januar 15, 2010 - 12:00 am 1 Comment

Beschreibung von ani-search.de
Am 22. November des Jahres 2010 treffen zehn Langstreckenraketen das japanische Festland. Dieser, später als der „Sorglose Montag“ in die Geschichte eingehende und vorher noch nie da gewesene, terroristische Akt der Zerstörung sollte bald vergessen werden. Denn scheinbar kostete dieser keine Opfer unter der Bevölkerung. Drei Monate später…

Saki Morimi ist eine junge Frau welche sich zurzeit auf der Abschlussreise in den Vereinigten Staaten von Amerika befindet. Vor dem Weißen Haus in Washington DC stehend, ereilt sie plötzlich Ärger, vor welchem sie nur dank dem unerwarteten Eingreifen eines ihrer Landsmänner bewahrt wird. Der Mann, welcher sich ihr als Akira Takizawa vorstellt, ist für sie ein Mysterium. Er scheint sein Gedächtnis verloren zu haben und ist obendrein, bis auf die Waffe in der einen und das Handy in der anderen Hand, splitterfasernackt. Noch verdächtiger ist der Betrag, welcher sich auf dem Handy befindet: 8,2 Milliarden Yen in digitaler Währung.

Tatsächlich einer der schönsten Animes, die ich sehen durfte. In einem wunderbaren Stil, stellt er Ansätze von möglichen Weltverbesserern vor. Death Note zeigte die Variante durch die Kraft zu Töten und Code Geass durch die Kraft von Taktik und Rhetorik, quasi ein Führung des Volkes. Eden of the East nimmt sich Kapital als Methode oder zumindest Möglichkeit der Weltverbesserung: Sie haben zehn Milliarden und den Auftrag, die Welt (in Eden of the East, eigentlich nur Japan) zu verbessern. Was würden Sie tun? In Eden of the East sind 12 Menschen aus Japan auserwählt, sich der Probleme mittels Geld anzunehmen. Wenn Sie den Anime noch sehen wollen, lesen sie jetzt nicht weiter.
Wir haben da den Plan “brachiale Gewalt”, wie er oft als Lösung gesehen wird. Man verursacht durch Raketenangriffe einen Notzustand und “zwingt” die Menschen näher zusammen zurücken. Ein interessanter Ansatz, der meiner Meinung nach auch tatsächlich funktionieren würde. Aber das wäre dann doch sehr negativ anhänglich, es ist wie eine Diktatur die zwar für Ordnung sorgte – jedoch unter Angst.
Dann gibt es da eine Person, die die Welt verbessern will, in dem sie bekannte Vergewaltiger und sonstige Frauenschänder die Genitalien abschneiden und umbringt. Ein klarer Fall von Selbstjustiz die wohl die Welt nicht großartig verbessern wird. Es ist eine kleinere Version von Kira aus Death Note, der simpel alle Verbrecher umbringen möchte.
Ein dritter Ansatz ist ein großes Krankenhaus in dem Menschen kostengünstig und von guten Ärzten mit bester Ausstattung behandelt werden können. Ein Krankenhaus das auch seltene Krankheiten behandelt kann. Durchaus eine Besserung, aber noch lange keine Weltrettung.
Wie könnte man etwa 100 Millionen Euro sinnvoll zur Rettung der Welt, oder sagen wir Deutschlands einsetzen? Damit lassen sich übrigens auch per Handy anonym und schnell Dinge wie Mord oder Politikerbestechung durchführen. Lassen Sie ihre Gedanken etwas kreisen. Kann man der Welt mit Geld helfen?
Eden of the East – Eintrag bei ani-search.de

[Random] Du bist Deutschland!

Januar 13, 2010 - 12:00 am 4 Comments


Kennt ihr ihn noch, oder überhaupt, den Clip der vor ein paar Jahren auf vielen Sendern zu Steigerung des positiven Nationaldenkens in Deutschland lief. Bedauerlicherweise, wurde dieses Video oft sehr negativ verulkt. Dabei ist es so eine schöne Botschaft. Nationaldenken ohne Nazibeschuldigung, etwas Lächeln, statt Katastrophenmienen.

Mit eigenen Händen

Januar 9, 2010 - 12:00 am 2 Comments

JesterVoidDas Meiste, man kann schob fast sagen, alles, kostet Kapital. Nahrung, Bücher, Technik, Bus fahren etc. … Und das Kapital will irgendwo herkommen. Ein Freund von mir arbeitet für wenig genug Geld in einem Laden als Putzer. Er ist sich nicht zu fein, so eine Arbeit auszuführen, obwohl er als Hartz-IV Empfänger unwesentlich weniger Euros in seine Tasche bekäme. Aber das macht er nicht. Nein er nimmt seine eigenen Hände und verdient sich sein Geld mit Arbeit. Andere dagegen meinen dass sie lieber auf ALG II angewiesen sind, als irgendwo zu putzen. Was ist falsch daran, sich sein Geld zu verdienen? Sicher, es muss nicht Putzen sein, es gibt deutlich bessere Jobs. Dennoch sollte man sich nicht über die Lage in Deutschland beschweren, wenn man sich zu fein zum Schrubben ist. Nun, ich selbst darf eigentlich gar nicht so laut rufen, denn ich selbst mache auch nichts für mein Geld. Was nicht heißt, dass ich nicht etwas machen könnte. es ist eben ein Punkt von Faulheit und Verwöhnheit der sich zu großen Teilen durch “meine” Generation zieht.
Respekt all jenen, die ihr Geld durch Arbeit verdienen!

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