
Im Folgenden möchte ich einmal meine Ansichten in einer mehr subjektiven Art berichten, als Fan von Dynamo Dresden.
Die ersten zwei Punktspiele im neuen Rudolf-Harbig Stadion sind vorüber, sportlich eine Katastrophe, mit einem Unentschieden und einer Niederlage, stimmungsmäßig jedoch ganz respektabel.
Vor drei Wochen stand das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig auf dem Terminkalender. Also ab in den Bus, eine Stunde unterwegs und schon steht man im schwarz-gelben Block.
Der aktuelle Zuschauerrekord lag in dieser Saison bei etwa 15.000 Zuschauern, aufgestellt von Braunschweig am ersten Spieltag. Der Verein Dynamo Dresden nutzte dies natürlich aus um Werbung zu machen, damit die Einnahmen durch Ticketverkäufe erhöht werden. Am Ende wurde der Rekord auf 18.000 Zuschauer verbessert, keine wirkliche Überraschung.
Zum Spiel: Unsere Mannschaft ging in Rückstand, der Torschütze legte sich vor unseren K-Block und feierte. Die ersten Bierbecher flogen ins Schutznetz, die Stimmung war angeheizt. Nach einem Treffer von Dynamo in der zweiten Halbzeit bebte das Stadion, die Braunschweiger waren jedoch intelligent genug und unterbrachen unseren Lauf durch ständige Schauspielereien. So blieb es am Ende beim 1:1.
Jedoch waren genau diese ständigen Spielunterbrechungen Auslöser für jede Menge Pfiffe und Beleidigungen auf den Rängen.
Aus unserem Block wurden außerdem zwei Knallkörper geworfen. Einen Zweck bringen solche Aktionen nicht mit sich, man wird bestraft und dem Rest ist es gleichgültig, da es am Endstand sowieso nichts ändert.
Alles in allem war es mal wieder zum Kotzen, drei Stunden in der heißen Sonne zustehen, zu schreien, hüpfen und zu singen und dann mit dem ernüchternden Ergebnis nach Hause zu fahren und für so einen Grotten-Kick 10€ zu zahlen. Was soll’s…
Als ich zu Hause ankam erfuhr ich, was im Gästeblock abging. Die Braunschweiger, welche mit 600 Fans nach Dresden gereist waren, und von denen man verbal eigentlich nichts vernahm, wurde in der Halbzeitpause massiv von unseren grün weißen Freunden und Helfern verdroschen, einem 16-jährigem Mädchen wurde der Arm gebrochen. Ob Freund oder Feind: Gebt der Polizeiwillkür kein Chance!
Genau so sinnlos: Die Ordner der Dresdner Stadion Security wollten eine Fahne der Braunschweiger abhängen, weil sich diese nach ihrem Ermessen nicht mit der Stadionordnung vertragen würde. Darauf war ein Kopf mit Sturmhaube abgebildet. Verherrlichung von Gewalt.
Da haben wir ja mächtig Glück, dass sich die Security nicht in unsern Block traut, welcher viele Fahnen und Banner mit Schlagringen, Fäusten und Sturmhauben beherbergt, und sich durch 9000 Leute boxt um ein paar Fahnen einzusammeln. Regeln, die die Welt nicht braucht!
Gestern Abend stand das nächste Heimspiel an, Dynamo vs. Kickers Offenbach. Zwischenzeitlich verlor man in der letzten Woche bei den Bubis von Werder Bremen mit 2:0. Bei 3°C in der Nacht standen wir wieder im Block. Das gehört sich einfach so, egal wie miserabel die Mannschaft auch spielt, denn unsere Fangemeinschaft hat einen relativ großen Namen in Deutschland. Ab diesem Spieltag gab es eine Neuerung, ein anderer Trainer saß auf der Bank. Die mächtigen Männer des Vereins hatten entschieden, den sympathischen Holländer Ruud Kaiser rauszuschmeißen und dafür einen Neuen zu holen. Hat sich echt gelohnt, man verlor wie gewohnt mit 2:4.
Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo Dynamo her!
Dennoch hat man das Saisonmaximum wieder um 3.000 Zuschauer aufgestockt, 21.000 fanden gestern den Weg ins RHS (Rudolf-Harbig-Stadion), eine beachtliche Leistung.
An Board waren auch etwa 400 rot-weiße aus Offenbach, welche recht herzlich begrüßt wurden („Ihr habt bezahlt, ihr habt bezahlt, ihr habt bezahlt ihr kriegt auf’s Maul“).
Das „Dynamo-Feeling“ war wieder voll da, als uns ein Tor aberkannt wurde und dem Gegner ein Elfmeter geschenkt wurde (Ich hab mir das Spiel noch nicht im TV angesehen, es sah aber für uns alle aus wie unrechtmäßig). Einen fälligen Handelfmeter für uns gab es auch nicht und jede Menge Kleinigkeiten gaben ihr Weiteres. Gebrülle auf den Rängen.
Die Krönung kam mit dem 2:4 durch den Offenbacher Spieler Zinnow in der 90. Minute. Dieser hielt es für nötig, alle Fans zu provozieren, in dem er mit geballter Faust an der Haupttribüne vorbeirannte und hämisch grinste. Aber nicht mit uns. 50m Luftlinie von mir entfernt rannte er, sodass ich außer pfeifen und brüllen nichts dagegen machen konnte. Ich achtete jedoch auf einen Mann auf der Sitzplatztribüne der aufstand, mit seinem Bierbecher ausholte, 20 Stufen nach unten rannte, sich auf die Mauer schwang und sein Ziel nur knapp verfehlte. Wäre der Ordner nicht gewesen, dann wäre er wahrscheinlich auf den Platz gerannt und hätte dem Torschützen klar gemacht, wo er sich befindet. Weiter so!
So etwas gehört sich einfach nicht!
In diesem Spiel flog wieder ein Knallkörper aus unserem Block. Jedoch gab es diesmal etliche Leute, die ihren Unmut über diese Aktion zu hören gaben. Daumen hoch!
Wenn überhaupt dann lieber nach dem Spiel, denn dann gibt es keine Strafe für den Verein!
Also wieder zum Bahnhof gelatscht und zum Höhepunkt des Tages noch einmal den persönlichen Hass an den fünf vorbeifahrenden, mit Bullenkarren begleiteten Bussen der Offenbacher Fans deutlich gemacht. Ein anderer würde uns vielleicht als schlechte Verlierer bezeichnen, doch ging es uns vorrangig um die Arroganz der Gegner und derer Fans anstatt ums Endergebnis.
Aber: Schnell wird die Niederlage wieder vergessen sein. Es werden die Zeiten kommen, in denen wir schwarz-gelben Fans wieder alle jubeln werden.
Wir sind der Verein!